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Lage

Die Hansestadt Stralsund ist eine kreisfreie Stadt in Mecklenburg-Vorpommern im Norden Deutschlands. Die Stadt liegt am Strelasund, einer Meerenge der Ostsee, und wird auf Grund ihrer Lage als Tor zur Insel Rügen bezeichnet. Die Stadt ist zusammen mit Greifswald eines der vier Oberzentren des Landes.

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Nachbargemeinden

Größere Städte in der näheren Umgebung sind Greifswald, Barth und Ribnitz-Damgarten sowie Rostock. Viele der kleineren Dörfer und Städte im Umkreis sind nach 1990 durch Zuzug von Stralsundern oder in Stralsund Arbeitenden stark gewachsen, wie z. B. Prohn oder Negast.

Geschichte

Stralsund wurde im Jahr 1234 vom rügenschen Fürsten Wizlaw I. das Stadtrecht nach Rostocker bzw. Lübecker Vorbild verliehen. Die Gegend war von Slawen besiedelt gewesen, was auch den slawischen Stadtnamen erklärt (stral bedeutet Pfeil- bzw. Speerspitze, -sund steht für Meerenge, erklärt sich aus dem naheliegenden Strelasund).
Die Stadt wurde vorwiegend durch Siedler aus Westfalen schnell zu einer bedeutenden Handelsstadt im Ostseeraum. Als Mitglied der Hanse gewann Stralsund wirtschaftliche und politische Bedeutung und war bald annähernd so mächtig wie Lübeck. Zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen mit den Herrschern von Dänemark gipfelten 1371 im Frieden von Stralsund.
Nach dem Niedergang der Hanse nahm auch Stralsunds Bedeutung für den Handel ab. Weiterhin jedoch lebte die Stadt vorwiegend vom Fernhandel und Nahhandel und dem Schiffbau.
Stralsund trotzte im Dreißigjährigen Krieg mit Hilfe von Schweden und Dänemark der Belagerung durch Wallenstein. Es folgte eine fast 200-jährige Zeit der Zugehörigkeit zum Königreich Schweden als Teil von Schwedisch-Pommern.
Im Großen Nordischen Krieg wurde Stralsund am 23. Dezember 1715 im Pommernfeldzug 1715/1716 von preußisch-sächsisch-dänischen Truppen eingenommen.
Im 19. Jahrhundert kam Stralsund zu Preußen. Als kreisfreie Stadt wurde Stralsund in den folgenden Jahren als Bestandteil Neuvorpommerns Teil des Deutschen Reichs.
Am 6. Oktober 1944 war Stralsund Ziel eines Bombenangriffs durch alliierte Bomber, die ihr eigentliches Ziel in Stettin nicht anfliegen konnten. In dieser Nacht wurden über 800 zivile Opfer gezählt, die historische Altstadt stark beschädigt. Am 1. Mai 1945 rückte die Rote Armee in Stralsund nahezu kampflos ein.
Während der Zeit der DDR wurden in der Stadt zahlreiche Plattenbausiedlungen errichtet, der historische Altstadtkern allerdings verkam. Wirtschaftlich lebte die Stadt vor allem vom Schiffbau auf der Volkswerft, die Schiffe für die Sowjetunion teilweise im Zehntagesrhythmus fertigstellte.
Nach der politischen Wende wurde 1990 Stralsund Modellstadt der Städtebauförderung in den neuen Ländern. Der Historische Stadtkern mit dem Altstadthafen wurde mit Hilfe der Programme zur Städtebauförderung und zum Städtebaulichen Denkmalschutz danach gründlich saniert. Auch das Wohnumfeld der Plattenbausiedlungen Grünhufe und Knieper wurden im Rahmen der Programme "Aufwertung", "Stadtumbau-Ost" und "Die Soziale Stadt" verbessert und ein Wohnungsrückbau eingeleitet.
Seit dem Jahr 2002 ist Stralsunds Altstadt zusammen mit der Wismars UNESCO-Weltkulturerbe mit dem Namen Historische Altstädte Stralsund und Wismar.
Wirtschaftlich gab es nach der Wende große Herausforderungen, die in der strukturschwachen Region erhebliche Probleme verursachen und die noch nicht bewältigt werden konnten.

Heutige wirtschaftliche Struktur

Industrie und Gewerbe
Stralsund ist als Stadt im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern hauptsächlich vom Tourismus abhängig. Dieser bildet die Grundlage u. a. für zahlreiche Gaststätten und Beherbergungen (im Jahr 2003 wurden 294.079 Übernachtungen nur in Einrichtungen mit mehr als acht Betten gezählt, im Jahr 2006 bis einschließlich August 193.575; dazu kommen schätzungsweise noch einmal mindestens so viele Übernachtungen in kleineren Pensionen und Ferienwohnungen), Museen, ein großes Freizeitbad, Yachtcenter, Fährbetrieb und vieles mehr.
Neben dem Tourismus existiert in Stralsund als wichtigster Industriebetrieb die Volkswerft GmbH, eine traditionsreiche Vertreterin des Schiffbaus, in deren Umfeld sich diverse Metallbauunternehmen sowie kleinere Bootswerften angesiedelt haben.
Im Stralsunder Hafen werden vor allem Stück- und Schüttgut umgeschlagen, wie z. B. Salz.

Medien
In Stralsund erscheint die Ostsee-Zeitung (OZ) mit einer eigenständigen Lokalausgabe („Stralsunder Zeitung“). Daneben existieren kostenlose Anzeigenblätter wie„Stralsunder Anzeiger“ (gehört zur OZ), „Stralsunder Blitz“ (gehört zum Blitz-Verlag) und „Sundecho“ mit „Altstadtecho“. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk des NDR sowie Privatsender wie Antenne Mecklenburg-Vorpommern und Ostseewelle sind per Antenne zu empfangen. Hauptsender für die Region ist der Telekom-Mast in Garz auf Rügen. Außerdem läuft derzeit das Lizenzierungsverfahren für einen lokalen Radiosender, der auf der Frequenz 98,9 MHz senden soll.
Fernsehen für die Region bieten das dritte Programm des NDR-Fernsehens sowie das private Programm FAS – Fernsehen am Strelasund des Kabelbetreibers.

Verkehr

Das bedeutendste Verkehrsbauwerk bei Stralsund ist seit 2007 die als Hochbrücke errichtete neue Rügenbrücke über den Strelasund, die den alte Rügendamm entlasten soll.

Wasser:
- Hafen Stralsund mit moderner Marina für Yachten, Fluss- und Seekreuzfahrtschiffe etc.
- Seehafen für Frachtschiffe. 2006 wurden mehr als 1.000.000 Tonnen Güter umgeschlagen.

Straße:
- Ostseeautobahn A 20 aus Richtung Rostock und Lübeck sowie Berlin bzw. nach Stettin (Szczecin) mit Zubringer Bundesstraße 96 zur Autobahnabfahrt Stralsund
- Bundesstraße 105 aus Richtung Rostock (A 24/19 aus Berlin bzw. Hamburg) (bis Greifswald)
- Bundesstraße 194 aus Richtung Grimmen (A 20 Lübeck, Stettin)
- Bundesstraße 96 aus Richtung Bergen (Insel Rügen) bzw. Neubrandenburg und Berlin

Bahn:
vom Bahnhof Stralsund sowie dem Bahnhof Stralsund Rügendamm und dem Halt Stralsund-Grünhufe verkehren folgende Züge:
- in Richtung Berlin über Neubrandenburg
- in Richtung Berlin über Prenzlau
- in Richtung Rostock und weiter nach Hamburg bzw. Köln
- in Richtung Sassnitz

Luft (Flughafen):
- Ostseeflughafen Stralsund-Barth an der Bundesstraße B 105 (20 km) oder Flughafen Rostock-Laage an der Autobahn A 19 (90 km) und den Flugplatz Stralsund

Radwege:
- Radwanderweg entlang der Deutschen Alleenstraße
- Ostseeküsten-Radweg

Kultur- und Sehenswürdigkeiten

Die Altstadt der Hansestadt Stralsund besuchen jedes Jahr zahlreiche Touristen aus Deutschland und der Welt. Seit der Wiedervereinigung Deutschlands wurde im gesamten Stadtgebiet die historische Bausubstanz durch den Einsatz privaten Kapitals sowie erheblicher finanzieller Mittel aus Bundes-, Landes- und Gemeindekassen sowie von Stiftungen saniert. Viele Häuser wurden dabei vor dem Verfall gerettet. Heute präsentiert sich insbesondere die Altstadt mit vielen sanierten Bürgerhäusern, die durch Detailtreue an Fassaden, Türen und Fenstern bestechen. Von 812 denkmalgeschützten Häusern stehen allein 526 als Einzeldenkmal ausgewiesene in der Altstadt; davon sind 374 bereits saniert, 65 werden derzeit saniert (Stand: November 2004).
Am 27. Juni 2002 wurde die Altstadt zusammen mit der von Wismar in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.
Das am Alten Markt gelegene Rathaus mit seinem imposanten Schaugiebel schmiegt sich an die Nikolaikirche und stand einst auch als Zeichen des Selbstbewusstseins der Stralsunder Bürger gegenüber der Kirche. Es gehört zu den bedeutendsten Profanbauten der norddeutschen Backsteingotik und wurde 2004 nach einer umfangreichen Sanierung feierlich wiedereröffnet.
Das komplette Ensemble des Alten Marktes birgt mit Rathaus, Artushof, Wulflamhaus, Commandantenhus, Gewerkschaftshaus und Plattenbau einen Überblick über politische und architektonische Geschichte. Das ehemalige Schwedische Regierungspalais (Meyerfeldtsches Palais) beherbergt heute das Bauamt der Stadt.
Die oft mit hohem privaten Engagement aufwändig sanierten Bürgerhäuser mit ihren typischen Giebeln prägen das Bild in den Altstadtstraßen. Das Museumshaus in der Mönchstraße wurde mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz saniert und bietet seither als eines von Nordeuropas bedeutendsten original erhaltenen Bürgerhäusern der Hansezeit das Erleben und Begreifen der Geschichte von sieben Jahrhunderten.
Im Hafen werden außerhalb des für den Güterverkehr genutzten Bereichs vor allem touristische Bedürfnisse befriedigt. So legen hier die Schiffe nach Hiddensee und Altefähr sowie zu Rundfahrten ab, in den Sommermonaten ist der Hafen Liegeplatz für Flusskreuzfahrtschiffe. Die Nordmole lädt zum Spaziergang entlang von hunderten Yachten ein. Architektonisch bilden die Hafenspeicher sowie die Silhouette der Altstadt einen ansprechenden Kontrast zur Aussicht auf die Inseln Rügen und Hiddensee. Mit der Bark "Gorch Fock" liegt zudem eine weitere touristische Attraktion im Hafen, der im Sommer auch vom Theater Vorpommern für Open-Air-Aufführungen genutzt wird.
Drei große mittelalterliche Backsteinkirchen (Marienkirche, Nikolaikirche und Jakobikirche) zeugen von einstiger Größe und Macht Stralsunds. Heute wird die Jakobikirche ausschließlich als Kulturkirche genutzt, die beiden anderen am Alten Markt bzw. Neuen Markt gelegenen Kirchen werden weiterhin für Gottesdienste genutzt. Vom Turm der Marienkirche am Neuen Markt bietet sich ein guter Panoramablick.

Theater
Das bis 1995 eigenständige Theater der Hansestadt bildet seitdem zusammen mit dem Theater Greifswald und seit 2005 auch Putbus' das Theater Vorpommern.
Das Theatergebäude wird von 2005 bis 2008 grundlegend saniert, sodass die Aufführungen an sieben verschiedenen Orten in Stralsund stattfinden.

Museen
Das Deutsche Meeresmuseum im ehemaligen Katharinenkloster ist Norddeutschlands meistbesuchtes Museum und bietet Einblicke in die Welt des Wassers und seiner Bewohner. Derzeit wird als Ergänzung ein Ozeaneum im Hafen errichtet, das 2008 eröffnet werden soll. Außenstellen des Hauses sind das Nautineum auf dem Dänholm und das Natureum Darßer Ort.
Das Kulturhistorische Museum zeigt Ausstellungen aus der Geschichte Pommerns etc.; zudem findet sich hier der berühmte Hiddenseer Goldschmuck. Außenstellen des Museums sind das auf dem Dänholm, der als „Wiege der preußischen bzw. deutschen Marine“ gilt, gelegene Marinemuseum mit Informationen rund um die militärische Nutzung und Bedeutung Stralsunds, das Museumshaus und der Museumsspeicher.
Die Ausstellung "Stralsund blind verstehen" ermöglicht einen virtuellen Stadtrundgang durch die Hansestadt in völliger Dunkelheit. Der Besucher erlebt einen begrenzten Seitenwechsel in die Welt blinder Menschen.

Bauwerke
Herausragende Zeugnisse der Architektur von Jahrhunderten sind die drei Pfarrkirchen St. Marien, St. Nikolai und St. Jakobi. Neben den Sakralbauten sind unzählige bedeutende Gebäude erhalten, die von der einstigen Macht der Bürger der Handelsstadt Stralsund zeugen, wie das Rathaus oder das Wulflamhaus.

Parks
Während die Altstadt Stralsunds aus geschichtlich bedingten Gründen wenig Grün aufweist, wurden nach der Entfestung im 19. Jahrhundert einige Anlagen zur Naherholung angelegt. Ein Beispiel ist die entlang des Strelasund-Ufers führende Sundpromenade. Auch die Stralsunder Friedhöfe wurden im 20. Jahrhundert zu Anlagen mit parkähnlichem Charakter umgestaltet.

Sport
Auf sportlichem Gebiet besitzt Stralsund eine lange und erfolgreiche Gewichthebertradition. Die Sportler des jetzigen TSV 1860 Stralsund (früher: BSG Motor Stralsund) errangen bei vielen nationalen (zuletzt Deutscher Meister 2005) und internationalen Wettkämpfen Titel und Medaillen. Zu erwähnen wären u. a. Jürgen Heuser und Andreas Behm. Die Sportstätte des TSV 1860 Stralsund, Sektion Gewichtheben, ist vom Bund als Olympiastützpunkt deklariert worden und wird entsprechend finanziell unterstützt.
Die erste Männer-Mannschaft des Stralsunder Handballvereins (HV) spielte in der Saison 2003/2004 in der ersten Handball-Bundesliga und seitdem in der 2. Bundesliga Nord. Sie tragen ihre Heimspiele in der Vogelsanghalle Stralsund aus.
Nach starken Zeiten der Fußballmannschaft des ASG Vorwärts Stralsund in den 1960er bis 1980er Jahren in der ersten und zweiten DDR-Liga stieg der Nachfolger, der FC Pommern Stralsund, in der Saison 2005/2006 aus der Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern in die Landesliga ab.
Erfolgreicher sind die Sportler des MC Nordstern Stralsund, die in der ersten Speedway-Bundesliga ihre Runden drehen.
Die Rollstuhlbasketballer des SV Medizin Stralsund nehmen am Spielbetrieb der 2. Bundesliga teil.

Kulinarische Spezialitäten

Der Kaufmann und Fischhändler Karl Wiechmann erfand in Stralsund eine Art von sauer eingelegtem Hering, den er zu Ehren und mit ausdrücklicher Genehmigung des damaligen Kanzlers Bismarckhering nannte. Das Originalrezept besitzt der Fischhändler Henry Rasmus, der in seinem Restaurant seit dem Jahr 2003 wieder Original-Bismarckhering anbietet.
Die Biere der Stralsunder Brauerei erzielen auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin regelmäßig Spitzenplatzierungen.

Quelle: » www.wikipedia.de

Die Bilder stammen von dem Fotoportal » www.pixelio.de von folgendem Fotografen:
goka